Der Weintourismus von morgen!

Photo d'Anna

Der traditionelle Weintourismus befindet sich heute mitten in einer Revolution. Ziel ist es, ein neues, jüngeres, internationaleres und stärker vernetztes Publikum zu gewinnen, das den Weinbauregionen in einer Zeit, in der Weinkonsum eher stagniert und der Wettbewerb zunimmt, besonders wertvolle Einkommensergänzungen bieten kann. Es ist ein globaler Wettlauf um Innovation!

 

Die vom Lehrstuhl für Wein und Tourismus Ende Juni in Straßburg organisierten ersten internationalen wissenschaftlichen Tagungen zum Thema Weintourismus zeigten das Ausmaß der Veränderungen auf, die in diesem boomenden Sektor stattfinden. Als Echo auf dieses wissenschaftliche Ereignis versammelte der Lehrstuhl für Wein und Tourismus am 21. November letzten Jahres mehr als 80 Fachleute aus dem Wein- und Tourismussektor in den Räumlichkeiten des Cave du Roi Dagobert auf Initiative des Interkommunalem Fremdenverkehrsbüro Mossig und Vignoble Das Thema des Weintourismus von morgen!

Coralie Haller Dozentin-Forscherin und Verantwortliche des Lehrstuhls für Wein und Tourismus an der Straßburger Hochschule für Management leitete die Debatte ein, indem sie an die Ziele erinnerte, Forschungsprojekte zu entwickeln und auf konkrete Probleme des Berufsstandes zu reagieren, insbesondere durch die Positionierung als „Denkfabrik" oder als Ort des Gedankenaustausches. Es wurden mehrere Projekte und Initiativen vorgestellt, um die Veränderungen zu veranschaulichen, die sich in den verschiedenen Facetten dieser Aktivität vollziehen, insbesondere im Bereich der virtuellen Realität, des geschäftlichen Weintourismus, des kulturellen Weintourismus und der Entwicklung von Aktivitäten des Öko-Weintourismus. 

 

Virtuelle Realität - ein Werkzeug für Weintouristen

Die virtuelle Realität befindet sich dank des Aufkommens immer leistungsfähigerer Werkzeuge mitten in einer Wachstumsphase. Dieser NAVA-Prozess (Nouvelle Aide à la Vente et à l’Achat - Neue Verkaufswege und Verkaufsunterstützung) hilft dem Verbraucher bei der Entscheidungsfindung, indem er seine Konsumerfahrung erneuert und die Verbindung zwischen dem Unternehmen und dem Kunden rehumanisiert. Charlotte Massa, Professorin und Forscherin für Marketing an der EM Strasbourg, Mitglied des Lehrstuhls, erinnert an die drei Ziele des Eintauchens der Verbraucher in die virtuelle Realität: die Entfernung, Zeit und den Raum zu überschreiten. Der Keller La Bastide de Gaillac hat dies verstanden und konnte sich durch die Schaffung einer Virtual-Reality-Route erneuern. Eine Innovation, die Verbraucher begeistert und an sich bindet, indem sie ihnen ein verbessertes Erlebnis bietet, und die es dem Unternehmen ermöglicht, sich von der Konkurrenz abzuheben.

 

Notwendigkeit einer Strukturierung des Angebots für die Klientel der Geschäftsweintouristen

Basierend auf dem Gedächtnis Master 2 Tourismusmanagement von Julien Baeumlin, einem Lehrling an der Conseil Interprofessionnel des vins d’Alsace (CIVA) Yosr Ben Tahar, Professor-Forscher an der Pariser School of Business und Mitglied des Lehrstuhls, spricht über den geschäftlichen Weintourismus als echten Hebel der Attraktivität und Wettbewerbsposition im Elsass. „Das weintouristische Angebot im Elsass ist bereits sehr groß, denn es gibt zahlreiche Aktivitäten rund um dieses Thema“. Die betroffenen Akteure werden in 3 Kategorien dargestellt: das Angebot (die Unternehmen, die diese Aktivitäten anbieten), die Vermittler (Reisebüros, Tourismusbüros...) und schließlich die Nachfrage, die von Unternehmen oder Betriebsräten ausgeht. Im Elsass, dem dritthäufigsten Weinanbaugebiet Frankreichs, stellt der geschäftliche Weintourismus eine Herausforderung dar, die es zu ausbauen gilt. Die Rolle der Vermittler entwickelt sich weiter: Sie müssen kooperative Strategien umsetzen, um eine erfolgreiche Erfahrung zu gewährleisten und diesen wachsenden Sektor weiterzuentwickeln und dabei die Erwartungen einer immer größeren und anspruchsvolleren Kundschaft effektiv zu erfüllen.

 

Kulturtourismus und Weintourismus: eine Win-Win-Kombination

Kerstin Bach Fremdenführerin und Mitglied im Vorstand der Pfälzer Wein- und Kulturbotschafter eine der 13 Weinbauregionen Deutschlands und blickt auf eine interessante Initiative des Landes zurück, die über die bereits bestehenden Tourismusstrategien hinausgeht: die des „Wein- und Kulturbotschafters". Die Idee ist, Fremdenführer auszubilden, um neue Kunden für das Weingeschäft zu gewinnen. Ein innovativer Weg, potenziellen Kunden durch aktive Zusammenarbeit mit lokalen Tourismusstrukturen eine neue Erfahrung zu bieten. Diese Botschafter einer neuen Art schlagen ein umfangreiches kulturelles Angebot rund um das Thema Wein vor, mit dem der Weintourismus durch die Hervorhebung seines Erbes wiederbelebt werden soll.

 

Öko-Weintourismus: Der Mensch und die Natur im Mittelpunkt!

Für Giada Pasini, Projektleiterin im Bereich Ökotourismus und Önotourismus beim Interkommunalen Fremdenverkehrsbüro Mossig und Vignoble, besteht das Ziel darin, das touristische Angebot zu verbessern, indem „die Verbindungen zu den Tourismusfachleuten gestärkt werden". So hat die OTI in der vergangenen Saison ein Programm für Aktivitäten im Bereich Natur und Wohlbefinden aufgestellt: 7 Monate lang, von Mai bis November, leiteten 7 Fachleute 7 Workshops zu diesen Themen. Ein Projekt, das Menschen zusammenbringt, die starke Werte in Bezug auf Natur und Umwelt teilen, und das darauf abzielt, eine offene Strategie zu schaffen, indem es sie um ein Projekt herum zusammenbringt. Nach einer Testsaison erwägt die OTI, dieses Programm zu erneuern und gleichzeitig die eingerichteten Partnerschaften zu stärken.

Zu diesen Akteuren gehören Georges Goudey und sein Unternehmen Equisèm, das ökotouristische Aktivitäten anbietet, um die Fauna und Flora durch Ausritte auf einem Zugpferd im Weinberg von Marlenheim und seiner Umgebung zu entdecken. Während Georges Goudey diese Erfahrung, die es den Besuchern ermöglicht, den Reichtum dieser außergewöhnlichen Umgebung zu entdecken, sehr positiv bewertet, möchte er diese Verbindung durch die Entwicklung einer ökologisch verantwortlichen Aktivität erweitern, damit die Besucher diese Erfahrung in ihrem täglichen Leben optimal nutzen können. Diese Art von Erfahrung entspricht u.a. den Erwartungen an Authentizität, Verbindung mit dem Land und Kontakt mit den Akteuren in der Landschaft.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Weintourismus von morgen von der Fähigkeit des Berufsstandes abhängen wird, die Informations- und Kommunikationstechnologien in den Dienst der Kundenbeziehungen zu stellen, ein Angebot zu entwickeln und zu strukturieren, um auf die verschiedenen Kundensegmente (Geschäftsweintouristen) einzugehen, die Talente von morgen aus- und weiterzubilden, einen starken Umweltansatz zu fördern, sich auf die Kultur- und Kulturgüter zu stützen und einen kollektiven Ansatz beim gemeinsamen Bauen zu verfolgen.

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