Von der Klimakatastrophe zur Umsetzung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung

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Zur Erörterung der Klimakatastrophe gab Pia Imbs, außerodentliche Professorin und CSR-Managerin der EM Strasbourg, das Wort an Morgane Graffion, CSR-Beauftragte bei Global Compact Frankreich, die wichtigsten Grundsätze und konkreten Ziele erläuterte. Dann lud sie Philippe Kuhn, einen der Mitbegründer des alternativen Raums EurOasis in Strasbourg, ein, diese originelle Initiative vorzustellen.


ODD und Global Compact

In ihren einleitenden Bemerkungen gibt  Pia Imbs die Positionen von Wissenschaftlern, Ökonomen und Philosophen wieder, die alle Alarm schlagen, und erinnert uns an die Dringlichkeit, alternative Lösungen für grünes Wachstum zu finden. Sie erklärt auch, dass nachhaltige Entwicklung sowohl ein ökologischer als auch ein sozialer Ansatz ist. Die Beseitigung von Armut und sozialer Ungleichheit ist für die Entwicklung des Planeten hin zu einer umweltfreundlicheren Lebensweise von wesentlicher Bedeutung. Es scheint heute offensichtlich, dass Ökologie und soziale Beziehungen untrennbar miteinander verbunden sind, wenn Umweltprobleme gelöst werden sollen.

Morgane Graffion erläutert die Ziele der nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Objectives, SDOs - Nachhaltige Entwicklungsziele) des Global Compact, einer Initiative, die im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde, um Unternehmen auf der ganzen Welt zu respektvolleren und verantwortungsvolleren Praktiken zu ermutigen. Ein Rahmenwerk, das auf 10 Prinzipien basiert, die sich auf die Menschenrechte, die Umwelt, die internationalen Arbeitsnormen und den Kampf gegen die Korruption beziehen.

In diesem Global Compact setzt sich die UNO für 17 Ziele ein, die je nach den Gebieten, in denen das Unternehmen ansässig ist, und den Tätigkeitsbereichen variieren. Zu diesen SDOs gehören menschenwürdige Arbeit, Gleichstellung der Geschlechter, qualitativ hochwertige Bildung, Frieden, Gerechtigkeit und wirksame Institutionen, die Nutzung sauberer Energie, die Achtung des Lebens auf dem Land und im Wasser, verantwortungsbewusster Konsum und Produktion sowie nachhaltige Städte und Gemeinden. Obwohl der Global Compact inzwischen nicht nur Unternehmen und alle zivilgesellschaftlichen Akteure, Städte, sondern auch NGOs und Gewerkschaften betrifft, sind konkrete Verpflichtungen auf globaler Ebene noch lange nicht ausreichend.

 
Ein Engagement, das noch viel zu langsam und zaghaft ist

In der jährlichen SDO-Rangliste rückt Frankreich hinter den skandinavischen Ländern auf Platz 4 vor. Auch die Länder der Europäischen Union sind im Großen und Ganzen recht gut klassifiziert, aber das Gesamtbild ist dennoch alarmierend: in der ganzen Welt gibt es noch viel zu tun, um eine dauerhafte Veränderung der Mentalitäten und tiefgreifende Veränderungen in der Gesetzgebung herbeizuführen. Tatsächlich ist es in dieser unbestreitbaren Dringlichkeit von entscheidender Bedeutung, dass Partnerschaften zwischen privaten Unternehmen und öffentlichen Institutionen geschaffen werden.

Das Mandat des Global Compact besteht darin, Unternehmen in Bewegung zu bringen, sie zu motivieren, sich zu diesem Ansatz zu bekennen, indem er seine Prinzipien in ihre Praxis einfließen lässt, und sie bei diesem ökologischen Übergang zu unterstützen, der Millionen von Arbeitsplätzen schaffen könnte. Vor allem aber bedarf es eines globalen Bewusstseins, denn bis auf weiteres sind diese SDOs nur Empfehlungen, die nicht verbindlich sind. António Guterres, seit dem 1. Januar 2017 Generalsekretär der Vereinten Nationen, ist der Ansicht, dass die Länder "auf dem falschen Weg" sind und sich so schnell wie möglich wieder auf die entscheidenden Fragen des Klimawandels und die Ungleichheiten konzentrieren müssen, die sowohl zwischen den Staaten als auch innerhalb vieler Länder bestehen. Er besteht auf die absolute Notwendigkeit, dass alle handeln müssen.

 

EurOasis, eine lokale Initiative

Philippe Kuhn vertritt EurOasis, ein von ihm mitbegründetes Bürgerkollektiv in Straßburg, das aus einer gemeinsamen und wachsenden Sorge um den ökologischen Wandel hervorgegangen ist. Er stellt die verschiedenen Projekte vor, die von diesem Kollektiv, das darauf abzielt, das individuelle Verhalten durch umweltfreundlichere Lebensweisen und vernünftige Konsummuster zu überdenken, vorgestellt und für einige von ihnen bereits umgesetzt wurden.

Zu den Projekten von EurOasis gehören zum Beispiel die Schaffung einer Mikrokrippe, eines Coworking Space und einer alternativen Schule, aber auch eine Reihe von Studienkursen zum Thema ökologischer Übergang, Künstlerresidenzen und die Einrichtung eines Restaurationsraums, der ausschließlich aus agroökologischen Gärten gespeist wird.

Eine interessante, dynamische und inspirierende lokale Initiative, die Zuhörer dieser Konferenz ebenso begeistert wie Pia Imbs, die in ihrer Schlussfolgerung die Bedeutung der Bereitschaft der Führungspersönlichkeiten unterstreicht, sich an diesem gewaltigen gesellschaftlichen Projekt zu beteiligen, aber auch die Bedeutung der Sensibilisierung der Bürger auf der ganzen Welt für die ökologische Katastrophe, die wir erleben und die so schnell wie möglich gestoppt werden muss.

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