Man wird nicht als Unternehmer geboren, man wird zu einem!

Interview de Martial Bellon

Das Jungunternehmerprogramm (parcours Jeune Entrepreneur) der EM Strasbourg Business School ist ein Bachelorstudiengang, der auf einer erfahrungsorientierten Pädagogik basiert. Die Studierenden arbeiten in Teams an Unternehmensgründungen und schöpfen aus folgenden tief integrierten sozialen Kompetenzen: Autonomie, Wagemut, Kreativität, Kommunikation, Neugier... Achille Zussy, Studierender im 2. Jahr, erläutert seinen Standpunkt zur Pädagogik der Team Academy und die Vorteile, die er täglich daraus zieht.

 

 

Learning by doing, als Team

Um zu lernen, muss man experimentieren, ist Achille Zussy überzeugt. Ab dem zweiten Semester erleben die studierenden „Jungunternehmer“ der EM Strasbourg Business School reale Unternehmensgründungen mit. Dabei profitieren sie von der Unterstützung durch Trainerinnen und Trainer. „Sie werden bei bestimmten Themen eingesetzt, aber auch als Moderatoren in Workshops oder bei Einzelgesprächen auf Anfrage.“

In der Tat basiert die Pädagogik der Team Academy auf dem Coaching realer Projekte, die in Teams durchgeführt werden. „Sieben weitere Personen und ich bilden während der drei Jahre des Bachelorabschlusses eine Arbeitsgruppe. Die meisten unternehmerischen Projekte werden von mehreren Personen betreut. Wir teilen unser aus Fehlern und Erfolgen erworbenes Wissen. „Die Arbeitsteams verwenden eine gemeinsame Buchhaltung und die Gewinne werden regelmäßig in verschiedene laufende Projekte reinvestiert. 

„Wenn man als Team lebt, lernt man, durchsetzungsfähig zu werden, zuzuhören und gleichzeitig zusammenzuarbeiten.

A.Z.

Darüber hinaus werden die jährlich organisierten „Voyages apprenants“ oder Lernfahrten aus dem Umsatz des Jahrgangs finanziert. Der Erlös ihrer Bemühungen macht es möglich, internationale Studierende einzuladen, die nach der gleichen Pädagogik ausgebildet wurden. „Letztes Jahr fuhren wir ins spanische Bilbao, in die Team Academy Mondragon. Dabei hatten wir Gelegenheit, eine andere Wahrnehmung als unsere zu erleben, eine andere Art des Lernens und der Zusammenarbeit.“

 

 

Durch Coaching Vertrauen gewinnen

Neben den Gruppenarbeitssitzungen stehen den Studierenden auf Anfrage auch Trainer zur Verfügung. Sie begleiten sie bei ihrem beruflichen Projekt, aber auch bei ihrer persönlichen Entwicklung. „Wenn man Erfolg hat“, sagt Achille, „ist die Freude unglaublich, die Emotionen sind sehr stark, weil man sich in einer realen Situation befindet. Gleichzeitig sind Misserfolge schmerzhafter. Aber das ist Teil der nicht linearen Erfahrung. Fehler sind notwendige Schritte zum Erfolg, und Coaches helfen uns, uns ihrer bewusst zu werden.“ Achille hat schon immer gern gezeichnet. „Vor dem Bachelor traute ich mich nicht, an meine Zeichnungen zu glauben, da ich stets mich mit viel erfahreneren Menschen verglich. Marcellin GrandJean, einer unserer Trainer, gab mir schließlich Selbstvertrauen, indem er mir folgende Frage stellte: Sie haben eine Leidenschaft, etwas, das Sie begeistert; wie können Sie nun dafür sorgen, Ihren Lebensunterhalt dank dieser Leidenschaft zu bestreiten?“

Nach diesem Gespräch denkt sich Achilles die Geschichte eines friedlichen und wohlwollenden Volkes aus, der Maldikachill, die als Klimaflüchtlinge darauf warten, irgendwo aufgenommen zu werden. Er zeichnet die ersten Figuren und vermarktet seine Entwürfe in Form von Aufklebern und Figuren.

„Heute habe ich einen viel kreativeren Zugang zu meinem eigenen Lernen und wage es, neue Bereiche zu erforschen.

A.Z.

Gegenwärtig arbeitet Achille Zussy an einem Zeichentrickfilm, der auf seinen Figuren basiert, und eignet sich die erforderlichen Fähigkeiten in Echtzeit an. Trainer geben keine vorgefertigten Antworten“, erklärt er, „aber sie stellen die richtigen Fragen. Sie sorgen dafür, dass wir stets handeln. Dann finden wir selbst Lösungen.

Bildnachweis: Lan Kajtner und Antoine Lemaître

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